Unternehmerpaar: Ein Modell für Vereinbarkeit von Familien und Beruf.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entspringt heute nicht mehr einer reinen Wunschvorstellung, sondern vielmehr einer realen Notwendigkeit im Alltag berufstätiger Familien. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass gleich neun der insgesamt 44 Autorinnen und Autoren des vor wenigen Monaten erschienenen Buches «Die Renaissance der Familie» ihre Beiträge ebendieser Vereinbarkeit widmen – und Einblick in Modelle geben, mit denen das Zusammenspiel zwischen Familie und Beruf gelingt.
Zwischen traditionellen Familienwerten und moderner Gleichberechtigung
In zwei Artikeln des Buches handelt es sich um Paare, die sowohl Eltern als auch gleichberechtigt als Gesellschafter und Gesellschafterin die Firmengründer sind. Sie teilen dabei die gleiche Vision und Mission: «Wir wollten ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem wir uns als Paar und Familie verwirklichen können, ohne dass einer von uns zurückstecken muss.» Bei dem anderen Paar lautet die Vision: «Balance zwischen traditionellen Familienwerten und moderner Gleichberechtigung. Das Ehepaar teilt sich die Verantwortung zu Hause.»
Merkmale wie Gleichberechtigung, geteilte Verantwortung, Balance zwischen privat und beruflich bilden das Rückgrat dieser Form von Unternehmung. Das erfordert, wie es auch einer der Gründer sagt, «einen kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung».
Die geteilte Verantwortung als kontinuierlicher Prozess
Im Arbeitsmodell dieser Unternehmerpaare gibt es eine klare Liste von Do´s und Dont´s. Unter den Do´s sammeln sich Punkte wie: offene und transparente Kommunikation untereinander, Rollenverteilung, Respekt, feste Zeiten für Familie und Arbeit, Flexibilität und Selbstpflege.
Auch die Dont´s, die sich aus ihrer Erfahrung ergeben, benennen sie klar: Ignorieren von Konflikten, mangelnde Trennung von Arbeit und Familie, einseitige Entscheidungen, Schuldzuweisungen und Vernachlässigung der Beziehungspflege.
Beide Listen bilden den Rahmen für eine gelungene Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Einmal im Quartal wird gemeinsam überprüft, ob Soll und Ist deutlich voneinander abweichen.
Die gemeinsame Zeit als entscheidendes Element
Was ist bei diesem Arbeitsmodell neu? Der erste Punkt ist die Gleichberechtigung. Für junge Leute bildet sie ein wesentliches Element der Partnerschaft in Familie und Beruf. Für ältere Unternehmer und Unternehmerinnen scheinen die Auseinandersetzungen mit der geteilten Verantwortung jedoch oft noch ein Novum zu sein. Ein weiterer Punkt ist die Selbstpflege: Der «klassische Unternehmer» hatte früher meist bis zur Erschöpfung gearbeitet und sich und die Familie dabei vernachlässigt. Die hier erwähnten Ehepaare sind Anfang dreißig. Aber auch für junge Menschen, die ein Unternehmen gründen, ist Work-Life-Balance keine Selbstverständlichkeit. In den hier erwähnten Beispielen unternehmen alle Familienmitglieder gemeinsame Urlaubsfahrten. Dies stärkt die Verbindung untereinander, reduziert die Reibungseffekte und verbessert die Work-Life-Balance.
Das Modell «Unternehmerpaar» scheint zu funktionieren
Lassen wir nochmals die Unternehmerfamilie zu Wort kommen: „Wir möchten auch andere Paare ermutigen, gemeinsam und auf Augenhöhe ein Unternehmen zu führen – oder zumindest das als mögliche Option in Betracht zu ziehen. Es ist eine Herausforderung, aber auch eine große Chance, Beruf und Familie miteinander zu verbinden, gemeinsam etwas zu schaffen und eine ständige gemeinsame Lernkurve zu erfahren“.
Die im Buch aufgeführten Unternehmerpaare haben vor 10 bzw. 3 Jahren gegründet. Das Arbeitsmodell scheint zu funktionieren. Ich denke mir, dass dieses Arbeitsmodell Schule machen kann und machen wird.
Dr. Karl-Maria de Molina ist der Initiator des Buchprojektes «Die Renaissance der Familie».
Das oben erwähnte Buch wird von Lesenden gelobt, weil es die Familie, die Unternehmungen und viele Themen der Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Insgesamt haben sich 44 Autorinnen und Autoren aus neun verschiedenen Ländern mit Beiträgen daran beteiligt – um die Diversität der komplexen Herausforderungen berufstätiger Familien sichtbar zu machen und vielfältige Lösungsansätze zu präsentieren. Der Großteil der 44 Autorinnen und Autoren erzählt dabei selbst aus der eigenen Erfahrung in der Gründung oder auch Lenkung eines Unternehmens.
Mein beruflicher Werdegang als Autoingenieur, Gründer, Unternehmer, Personaldiagnostiker, Lehrbeauftragter, Buchautor, Speaker, Trainer für Führungskräfte hat mir geholfen, Themen aus verschiedenen Blickrichtungen zu betrachten und ergebnisoffen nach Lösungen zu suchen.
Im kontinuierlichen Beobachten dessen, was Familien bewegt, ist FUTUN auf das Buch aufmerksam geworden und freut sich, dass darin so viele Perspektiven zusammenfinden.
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